Drei Fragen an ... die Stiftung Deutsche Sporthilfe
Vom 2. bis 21. Juli 2025 findet die Fußball-Europameisterschaft der Frauen in der Schweiz statt. In acht verschiednenen Städten werden die insgeamt 31 Partien ausgetragen. Die Deutsche Sporthilfe fördert derzeit 160 Fußballspielerinnen mit einem Jahresvolumen von rund 350.000 Euro – darunter alle Spielerinnen des aktuellen EM-Kaders. Wir haben mit der Sporthilfe über die Bedeutung von Großveranstaltungen für die Nachwuchsförderung, die Karriereplanung der Athletinnen und die Professionalisierung des Frauenfußballs gesprochen.
Welche Rolle spielt eine Großveranstaltung, wie die Frauen-EM für die langfristige Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland?
Grundsätzlich liegt der Fokus unserer Arbeit weniger auf den Großereignissen als auf einer kontinuierlichen Förderung der besten deutschen Athletinnen und Athleten. Als Sporthilfe begrüßen wir es aber natürlich immer, wenn Athletinnen und Athleten Deutschland mit ihren großartigen Leistungen und den Werten, für die sie als Sportlerinnen und Sportler stehen, international repräsentieren. Die zunehmend hohe mediale Präsenz und die Nähe zum Ausrichterland Schweiz lässt viele junge Menschen im Fußball und vor allem im Frauen- und Mädchenfußball mitfiebern. Dies ist perfekte Nachwuchswerbung und für viele der Start in eine Leistungssportkarriere – nicht nur im Fußball. Als Vorbilder wirken die Spielerinnen so mit ihren Leistungen, mit Fairplay und dem vorgelebten Miteinander in unsere Gesellschaft – und das weit über den Sport hinaus.
Wie unterstützt die Stiftung Deutsche Sporthilfe konkret Fußballspielerinnen - sowohl finanziell als auch bei der Persönlichkeitsentwicklung und Karriereplanung?
Derzeit fördert die Sporthilfe 160 Fußballerinnen in verschiedenen Altersklassen und Förderprogrammen, darunter alle Spielerinnen des aktuellen EM-Kaders. In der Förderperiode 2023/2024 wurde ein Volumen von insgesamt rund 350.000 Euro an die Spielerinnen des DFB ausgezahlt. Die Prognose für die aktuelle Periode bewegt sich auf gleichbleibendem Niveau. Die finanziellen Leistungen beinhalten unter anderem Förderbausteine wie die Internatsförderung, Zuschüsse für die Altersvorsorge und individuelle Förderprojekte. Zudem steht den Athletinnen auch der Zugang zu Kompetenzförderungsangeboten der Sporthilfe zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Themen Ausbildung und Beruf, mentale Gesundheit und die Förderung von Medienkompetenzen. Besonders die Vorbereitung auf die Karriere nach der sportlichen Laufbahn spielt bei diesen Angeboten eine zentrale Rolle.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Frauenfußballs in Deutschland und welche Rolle soll die Sporthilfe dabei spielen?
Frauen-Fußball ist schon heute ein enorm wichtiger Bestandteil einer vielfältigen Sportlandschaft. Die Entwicklungen, die durch den Deutschen Fußballbund national und auch international angestoßen wurden, sind vorbildlich. In dieser Entwicklungszeit haben der DFB und die Sporthilfe immer eng im Sinne der Gewährleistung noch besserer Rahmenbedingungen für die Spielerinnen zusammengearbeitet und gefördert. Uns war es immer wichtig, dass die Spielerinnen sich auf die Sporthilfe verlassen können: d.h. unter anderem auch das zweite Standbein neben dem Sport über eine gute Ausbildung und zusätzliche Kompetenzen zu sichern. Selbstverständlich ist anzustreben, dass sich die Professionalisierung rund um den Frauenfußball schnell weiterentwickelt – auch im Sinne von “Equal Pay”. Es ist zu hoffen, dass diese Entwicklung dann auch auf andere Sportarten ausstrahlt. Frauen-Sport ist hoch attraktiv und bindet inzwischen eine große Fan-Gemeinde. Die Impulse in den internationalen Verbänden durch die Frauen sind groß und innovativ. Dies unterstützen wir als Sporthilfe. Uns ist es sehr wichtig, dass wir auf Basis der erreichten Leistungen alle Sportlerinnen und Sportler gleich fördern.
Über die Stiftung
Seit 1967 unterstützt die Stiftung Deutsche Sporthilfe Nachwuchs- und Spitzensportlerinnen und -sportler auf dem Weg zu großen Erfolgen und sind die wichtigste private Sportförderinitiative in Deutschland. Dies gelingt mit verantwortungsbewussten und kreativen Förderkonzepten, die kontinuierlich den Rahmenbedingungen der Athletinnen und Athleten angepasst werden. Dabei unterstützt die Sporthilfe sowohl finanziell als auch bei der Karriereplanung und in der Persönlichkeitsentwicklung. Geförderte Sportlerinnen und Sportler sind zu 90 Prozent an deutschen Erfolgen bei internationalen Wettkämpfen beteiligt. Dazu gehören 294 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen sowie 372 Goldmedaillen bei den Paralympics. Aktuell unterstützt die Stiftung rund 4.000 Athletinnen und Athleten aus knapp 50 verschiedenen Sportarten mit einem Förderbudget von gut 23 Millionen Euro jährlich.
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