Das war der Deutsche Stiftungstag 2022!

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte Europas größter Stiftungskongress in diesem Jahr endlich wieder in Präsenz stattfinden. Ein Rückblick 

2 Minuten 18.10.2022
Autorin: Nicole Alexander

Das Programm war schon fast im Druck, die Vorfreude auf den Deutschen Stiftungstag 2020, der in Leipzig stattfinden sollte, groß. Doch dann zwang die Corona-Pandemie die Verantwortlichen im Bundesverband Deutscher Stiftungen, Europas größten Stiftungskongress und wichtigsten Branchentreff kurzfristig abzusagen. 

Im Jahr darauf dann der erste digitale Stiftungstag – ein in vielerlei Hinsicht erfolgreiches Format, das zugleich eines schmerzlich vermissen ließ: die Möglichkeit der persönlichen Begegnung und des spontanen Austauschs, die für die Stiftungsszene so wichtig ist.

1.700 Teilnehmende, 130 Veranstaltungen

Umso größer die Freude, dass der Kongress in diesem Jahr endlich wieder in Präsenz stattfinden konnte – und zwar in Leipzig, der Stadt, in der er bereits 2020 hätte tagen sollen. „Stiftungen – Zukunft nachhaltig gestalten“ lautete das diesjährige Thema.

  • Außenansicht des Congress Center Leipzig
    Noch ein Tag bis zur Eröffnung des Deutschen Stiftungstages 2022: Vor dem Congress Center Leipzig wehen bereits die Fahnen des Bundesverbandes...
    © BvDS_Jens Schulze
  • Drei Frauen stehen an einem Geländer im CCL und schauen hinab.
    ... und drinnen machen sich die Mitarbeitenden mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut.
    © BvDS_Jens Schulze
  • Mitarbeiter des Bundesverbandes stehen im Erdgeschoss des CCL.
    Team-Rundgang durch die Räumlichkeiten des CCL, wo am Tag darauf knapp 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses erwartet werden.
    © BvDS_JensSchulze
  • Zwei Männer ziehen einen Handwagen durch das CCL.
    Jetzt heißt es: Gemeinsam anpacken, etwa beim Aufbau des Standes des Bundesverbandes und seiner Projekte.
    © BvDS_Jens Schulze
  • Der Blumenschmuck darf natürlich nicht fehlen. Bei der Auswahl wird ganz im Sinne der Nachhaltigkeit darauf geachtet, dass er wiederverwendet werden kann.
    © BvDS_Jens Schulze
  • Das Team des Bundesverbandes posiert für ein Gruppenfoto.
    Nach zwei Jahren Pause freut sich das Team des Bundesverbandes darauf, seine Mitglieder endlich wieder zu einem Stiftungstag in Präsenz empfangen zu dürfen.
    © BvDS_Jens Schulze
  • Kirsten Hommelhoff eröffnet den Deutschen Stiftungstag 2022.
    Kirsten Hommelhoff begrüßt die Teilnehmer*innen des Stiftungstages. Für die Generalsekretärin ist es der erste Stiftungskongress, den sie vor Ort eröffnen kann.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Technikraum in Saal 1 des Congress Center Leipzig
    Blick vom Technikraum aus auf die Bühne, wo gerade das Eröffnungspanel stattfindet.
    © BvDS_Jens Schulze
  • Für persönliche Gespräche und Begegnungen bietet der Stiftungstag reichlich Gelegenheit.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Menschen bei einer Veranstaltung im CCL
    Die Veranstaltungen am Stand des Bündnisses für Bürgerstiftungen erfreuen sich großer Beliebtheit.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Impressionen am Rande: Zwei Teammitglieder begrüßen sich mit der "Corona-Faust".
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Zwei Männer schieben einen Handwagen durch das CCL.
    Müde, aber zufrieden: Nach drei spannenden und erlebnisreichen Kongresstagen beginnt der Abbau.
    © BvDS_Jens Schulze
  • Ein halb leeres Tablett mit einem Brötchen, im Hintergrund Getränke.
    Für die kleine Stärkung zwischendurch ist gesorgt.
    © BvDS_Jens Schulze
  • Das Team des Bundesverbandes posiert für ein Abschlussfoto
    Geschafft! Das Bundesverbandsteam freut sich über einen gelungenen Stiftungstag 2022 - und auf ein Wiedersehen beim Jubiläumsstiftungstag 2023 in Berlin.
    © BvDS_David Ausserhofer

Und die Resonanz war groß: Fast 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen vom 28. bis 30. September ins Congress Center Leipzig, um sich in rund 130 Veranstaltungen über ganz unterschiedliche Aspekte des Themas Nachhaltigkeit auszutauschen, voneinander zu lernen und sich miteinander zu vernetzen.

Auch die Social-Media-Kanäle des Bundesverbandes spiegelten das große Interesse am Stiftungstag wieder: Auf all seinen Kanälen (LinkedIn, Twitter, Instagram und Facebook) fanden an den drei Kongresstagen deutlich mehr Interaktionen statt als üblich – insgesamt gab es 2.869 Likes für die Beiträge des Verbandes. Auf LinkedIn hatte das Profil des Bundesverbandes während des Stiftungstages beeindruckende 40.000 Impressionen.

Austausch mit der Politik

Wie sehr auch die Politik an einem Austausch mit den Stiftungen interessiert ist, zeigte sich unter anderem daran, dass mit Bundesfamilienministerin Lisa Paus und der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Svenja Schulze gleich zwei Mitglieder der Bundesregierung dem Kongress für eine Keynote mit anschließender Diskussion online zugeschaltet waren.

  • Junge Menschen, die angeregt diskutieren.
    Engagierte Diskussionen der Teilnehmer*innen des Programms "30unter30", das jungen Mitarbeitenden in Stiftungen die Chance gab, den Stiftungstag zu erleben.
    © BvDS_Jens Schulze
  • Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes
    Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, bei seinem Vortrag "Klimaschutz in der Krise: Eine Überforderung der Gesellschaft?"
    © BvDS_Jens Schulze
  • Prof. Dr. Stephan Schauhoff stellt das Buch "Stiftungsrecht nach der Reform" vor, das in Zusammenarbeit des Bundesverbandes mit seiner Kanzlei entstanden ist.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Das Eröffnungspanel des Deutschen Stiftungstages
    Das Eröffnungspanel bietet einen Überblick über das Thema Nachhaltigkeit in all seinen Facetten.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig Burkhard Jung beim Abendempfang im Festsaal des Alten Rathauses.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Carsten Schneider, MdB, Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland, bei seiner Rede im Alten Rathaus.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Angeregter Austausch (v. l.): der Staatsminister beim Bundeskanzler Carsten Schneider, die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Friederike v. Bünau, Generalsekretärin Kirsten Hommelhoff und Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • In einem bewegenden Festakt in der Alten Wollkämmerei in Leipzig, der von der ukrainischen Pianistin Kateryna Titova musikalisch gestaltet wurde, ...
    © BvDS_Jens Schulze
  • wurde die russische NRO Memorial International mit dem Sonderpreis des Bundesverbandes für den besonderen Einsatz für die Zivilgesellschaft in Osteuropa ausgezeichnet.
    © BvDS_David Ausserhofer
  • Irina Scherbakowa
    Die Mitgründerin von Memorial International Irina Scherbakowa nahm den Preis gemeinsam mit ihrer Kollegin Elena Zhemkova stellvertretend für die NRO entgegen.
    © BvDS_David Ausserhofer

Und noch etwas fiel auf: Viele junge Menschen hatten den Weg nach Leipzig gefunden – etwa im Rahmen des Programms „30unter30“, das mehrere Stiftungen und Organisationen, darunter die Deutsche Stiftungsakademie (DSA), die Stiftung Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU), die Karg Stiftung und die Stiftung Mercator, aufgelegt hatten, um jungen Mitarbeitenden in Stiftungen die Chance zu geben, erstmalig den Deutschen Stiftungstag zu besuchen und sich dort zu vernetzen.

Sonderpreis an russische NGO Memorial International

Traditioneller Höhepunkt eines jeden Stiftungstages ist die Verleihung des Deutschen Stifterpreises, mit dem üblicherweise eine Persönlichkeit für ihr vorbildliches stifterisches Einzelwirken ausgezeichnet wird. Doch angesichts des Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hatten sich die Gremien des Bundesverbandes in diesem Jahr entschieden, statt des Deutschen Stifterpreises einen Sonderpreis für den besonderen Einsatz für die Zivilgesellschaft in Osteuropa zu vergeben.

Ausgezeichnet wurde die russische Nichtregierungsorganisation Memorial International, die sich seit 1989 für die kritische Aufarbeitung der politischen Repressionen in der Sowjetunion sowie für die soziale und juristische Betreuung von Opfern politischer Unterdrückung und ihrer Angehörigen einsetzt.

In einem bewegenden Festakt in der Alten Wollkämmerei in Leipzig nahmen Irina Scherbakowa und Elena Zhemkova, beide Mitbegründerinnen von Memorial International, den Preis stellvertretend für die Organisation, die einige Tage später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, entgegen.

Was bleibt?

Die Freude darüber, sich nach der zweijährigen Zwangspause endlich wieder persönlich treffen und „in echt“ miteinander reden zu können, war bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern spürbar – und machte diesen Stiftungstag zu einem ganz besonderen. Und auch wenn der Bundesverband in den vergangenen Jahren beständig größer geworden ist – in Leipzig war in vielen Momenten zu erleben, dass sich am freundschaftlich-vertrauten Umgang der Mitglieder untereinander und am Gefühl der Zusammengehörigkeit und Verbundenheit der stetig wachsenden Stiftungsfamilie nichts geändert hat. Und das ist gut so.   

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